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»Wir konnten uns der Frevler wehren, drum lasset uns die Humpen leeren!« So rufet aus der Burgherr zur Plattenburg daselbst. Damit beginnet die Tafeley zur Feste Plattenburg zum Behufe der Abstrafung gar wilder Marodeure. Jene erdreisteten sich, ein Dorf der Gemarkung zu pl ündern und gar widerlich zu brandschatzen.
Grad zur rechten Stund ausgesandte Reisige des Burgherrn ergriffen die Rädelsführer und entließen den Rest des Haufens auf Gnad und Ungnad. Die Gefassten wurden etlich Monat lang festgesetzet im Verließe, welches nur durch eine Mauer getrennet vom hiesigen Festsaale, in dem itzo die Tafeley beginnet.
Nachdem die Missetäter hochnotpeinlich befraget und abgeurteilt, hat der Henker sie gepfählet, gerädert oder geköpfet. Dererley Tortur entkamen nur zwey. Jene wurden der Gemarkung auf Lebenszeit verwiesen, um allenthalben Kund zu tun über die Prignitzer Gerechtigkeit.
Der so hergestellte Landfrieden ist ein triftger Grund zum Mahle zu laden. Dessentwegen lässt der Burgherr heranschaffen Brodt, heiße Suben, ein fin Braten von allerley Getier, in Fette gesottenes Zugemüs und vielerley Bier und Wein.
So sitzet er nun in großer Tafelrund mit all seinen Vasallen, Gang um Gang wird aufgetragen durch Mägde und bey mancherley Gelegenheit erhebet der Burgherr seinen Humpen und rufet aus das Motto: » All voll!«